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Blutuntersuchungen

  • Stephan Kisling
  • 27. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Was macht Sinn – auf was sollte geachtet werden?

Die meisten Menschen zeichnen heutzutage ihre Schritte und Trainingseinheiten auf, tracken ihren Schlaf oder nehmen Eisbäder, um sich abzuhärten – die einen mehr, die anderen weniger.

Rund die Hälfte der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren nimmt Nahrungsergänzungsmittel ein. Die Palette reicht von Klassikern wie Vitamin C und Magnesium bis zu aktuellen Trends wie Ashwagandha oder Traubenkernextrakt.

Rechtlich gelten Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland als Lebensmittel. Sie sollen die normale Ernährung ergänzen und sind deshalb frei erhältlich. Entsprechend groß und unübersichtlich ist der Markt.

Doch bevor man sich von Trends leiten lässt und nach Gefühl zu Präparaten greift, lohnt sich ein Schritt zurück: Was braucht der Körper tatsächlich?

Hier kann eine gezielte Blutanalyse helfen. Sie zeigt zwar nicht automatisch, „was der Körper benötigt“, kann aber Hinweise auf mögliche Mängel, Belastungen oder auffällige Stoffwechselwerte geben. Entscheidend ist dabei immer der Gesamtzusammenhang: Beschwerden, Ernährung, Medikamente, Trainingsumfang, Regeneration und bestehende Erkrankungen sollten bei der Einordnung berücksichtigt werden.

Ähnlich wie bei einer Inspektion beim Auto wird überprüft, welche Werte auffällig sind und ob sich daraus sinnvolle Maßnahmen ableiten lassen – etwa Anpassungen der Ernährung, des Trainings, der Regeneration oder, falls erforderlich, eine gezielte Nahrungsergänzung.


Wichtig zu wissen: Das kleine Blutbild zeigt ausschließlich die zellulären Bestandteile des Blutes. Dazu gehören:

  • Erythrozyten

  • Hämoglobin

  • Hämatokrit

  • Leukozyten

  • Thrombozyten


Das große Blutbild umfasst zusätzlich ein Differenzialblutbild. Dabei werden die weißen Blutkörperchen, also die Leukozyten, weiter in ihre verschiedenen Untergruppen aufgeschlüsselt. Das kann beispielsweise bei der Einordnung von Infektionen, Entzündungen oder Veränderungen des Immunsystems hilfreich sein.

Viele Menschen gehen fälschlicherweise davon aus, dass ein großes Blutbild bereits einen umfassenden Gesundheitscheck darstellt. Tatsächlich liefert es jedoch keine direkte Auskunft über wichtige Organ-, Stoffwechsel- oder Nährstoffwerte, beispielsweise:

  • Schilddrüsenwerte

  • Leberwerte

  • Nierenwerte

  • Blutzucker und Langzeitblutzucker

  • Cholesterin und weitere Blutfette

  • Eisenstatus, insbesondere Ferritin

  • Vitamin B12 und Folsäure

  • Vitamin D

  • Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Calcium

  • ausgewählte Hormonwerte


Gerade für Menschen mit einem aktiven Lebensstil sowie hoher beruflicher oder privater Belastung können solche zusätzlichen Werte aufschlussreich sein. Das gilt besonders bei anhaltender Müdigkeit, häufigen Infekten, einer stagnierenden Leistungsentwicklung, auffällig schlechter Regeneration oder konkreten Beschwerden.

Eine gezielte Laboruntersuchung kann dabei helfen, Nahrungsergänzungsmittel nicht einfach „auf Verdacht“ einzunehmen.

Gleichzeitig ist wichtig: Nicht jede Nahrungsergänzung lässt sich sinnvoll anhand eines Blutwerts steuern. Für Nährstoffe wie Eisen, Vitamin B12, Folsäure oder Vitamin D können Laborwerte wertvolle Hinweise liefern. Für viele Pflanzenextrakte oder Trendpräparate wie Ashwagandha und Traubenkernextrakt gibt es dagegen keinen Standard-Blutwert, der einen individuellen Bedarf belegt.


Auf Basis auffälliger oder grenzwertiger Werte lassen sich häufig zunächst Veränderungen im Lebensstil ableiten – zum Beispiel eine Anpassung der Ernährung, bessere Regenerationsmaßnahmen, eine veränderte Trainingsintensität oder optimierte Schlafgewohnheiten. Erst danach sollte geprüft werden, ob eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein kann.

Aus meiner Sicht lohnt sich ein solcher Blick in die Tiefe durchaus, auch wenn ein Teil der Untersuchungen häufig nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Regelmäßige Verlaufskontrollen die ärztlich besprochen werden, können sinnvoll sein, wenn es einen konkreten Anlass gibt oder relevante Werte bereits auffällig waren. So lassen sich Veränderungen über die Zeit besser erkennen und einordnen. Da es nicht das "eine Blutbild" gibt, dass für jeden passt, sollte man sich fachkundig beraten lassen und eine aussagekräftige Liste an Parametern erstellen, die zur eigenen Lebenssituation passen.

Meine Empfehlung lautet deshalb: Beraten, messen, verstehen, handeln.

 
 
 

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